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Eine kurze Geschichte vom Kahlschlag zum Urwald

Der Nachfolgende Prozess bezieht sich auf die drastische Veränderung von einer Brache zu einem natürlichen Wald. Die Zeitspanne beträgt dabei mindestens ein Jahrhundert, zu einem Urwald noch länger. Das erste zu erwerben geplante Stück Natur im Rahmen von Collaboration with Earth bezieht sich auf eine Umwandlung von einer Plantage oder einem „Wald“ aus nicht heimischen Bäumen zu einem ursprünglichen Wald, wie ihn die Natur selbst erschafft. Da diese Umwandlung schon bessere Vorbedingungen hat, dauert es vielleicht nur ein paar Jahrzehnte.

Nun gehen wir mal von einer nicht idealen Ausgangssituation aus, welche wir vermehrt vorfinden, sei es in den Tropen, als auch in Deutschland. Stell dir nun einmal folgendes vor: Du siehst eine Brache, offene ausgelaugte Erde, hervorgerufen beispielsweise durch einen Kahlschlag, starken Stürmen oder einem Acker. Die Sonne scheint auf den kahlen Boden, die Mikroorganismen (Bakterien, Fadenwürmer, Milben usw.), arbeiten auf Hochtouren und der Hummus, die fruchtbare Erde, wird dadurch zu schnell abgebaut. Dazu ist Erosion ein großen Problem. Diese Situation finden wir leider vermehrt vor, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Gleichzeitig versucht die Natur ihr bestes, den Boden schnellstmöglich zu beschatten und so den Boden wieder lebensfähiger zu machen. Der Wind trägt Samen der Pionierbäume, in Deutschland sind das hauptsächlich die Birke und die Pappel, herbei und diese lassen zuerst ihre zarten Wurzeln in die Erde wachsen. Sie bieten anschließend die Grundlage für die langsamer wachsenden heimischen Bäume, wie zum Beispiel den Buchen und Eichen. So kann Schritt für Schritt wieder ein Urwald entstehen.

Wie ein kranker Wald aussieht – Plantagen mit Bäumen wie Soldaten.

Doch sogar hier findet man eine kleine Generation von heimischen Bäumen.

 

Wenn es sich bei der Brache um eine frühere Monokultur von nicht heimischen Nadelbäumen handelt, werden bei der natürlichen Wiederbelebung der Fläche auch ein paar junge Bäume aus der ehemaligen Plantage zu finden sein. Und auch sie dürfen da sein, denn sie bieten durch ihr schnelles Wachstum eine rasche Beschattung und dadurch dem zukünftigen Wald eine Chance. Im besten Fall wurde durch die ehemalige Plantagenkultur noch nicht zuviel Hummus abgebaut und der Boden trotz der schweren Waldarbeiterfahrzeuge nicht völlig zerstört. Dann stehen die Chancen gut, einen gesunden Wald auch noch zu Menschenlebszeiten erlebbar zu machen. Auch wenn es Aussagen darüber gibt, dass wohl nur eine Eiszeit den zusammengedrückten Boden wieder völlig beheben könnte.

Diese jungen goldenen Bäume bilden die Zukunft unserer Wälder. Wenn die nicht heimischen Baumarten durch deren Unangepasstheit sterben, werden sie zu ihrer vollen Größe heranwachsen und ihren Nachkommen den idealen Nährboden für einen natürlichen Urwald bieten.

Auch die Samen der heimischen Baumarten, welche den Altbaumbestand eines Urwalds bilden (z.Bsp. Buchen und Eichen), kommen von den umgebenen Mutterbäumen durch Wind oder Vögel auf den neuen Waldboden. Der Eichelhäher lässt sich diese Samen gerne schmecken und verbuddelt auch fleißig eine Vielzahl von ihnen im Boden. Und tatsächlich viel mehr, als er für seine Nahrung benötigt. Dadurch kann er ohne Probleme einige Samen im Boden „vergessen“ und diese dürfen nun neue Wurzeln schlagen. Auf diese Weise hilft der Eichelhäher ungemein bei der Neugestaltung eines idealen und gesunden Waldes! Daher habe ich ihn als Schutzpatron meines Projekts ausgewählt.

Die kleinen Bäume sind, ohne die Hilfe ihrer älteren und schattenspendenden Mutterbäume und deren Zuckerversorgung, ganz auf sich allein gestellt. Doch durch das viele Licht wachsen sie auch schneller, als sie es in einem dunklen Urwald tun könnten. Dort müssen die kleinen Bäumchen warten, bis ein Altbaum stirbt und sie die Chance des bis zum Boden reichenden Sonnenlichts nutzen können um dann schnell die Lücke im Blätterdach füllen. Das rasche Wachstum lässt schnell einen jungen Wald entstehen.

Das ist ein Wald, der einem deutschen Urwald am nächsten kommt – die Heiligen Hallen.


In einem idealen und gesunden Wald finden Rehe und andere Wildtiere genügend Futter in ihren natürlichen Lebensräumen und haben weniger Interesse an den jungen Pflänzchen. So haben diese eine größere Chance, dass sie überleben und wachsen können. Der Wald der nun sichtbar wird ist noch sehr licht und hat noch nichts mit den dunklen Buchenwälder gemein, die man eigentlich in Deutschland vorfinden würde. Nach vielen Jahrzehnten sterben die Pionierbäume und machen nun den Bäumen platz, die den Jahrhunderte währenden Wald prägen werden.

Diese, vielleicht mal vom Eichelhäher gesäten, Bäume sind mittlerweile zu stattlichen und gigantischen Bäumen geworden. Da sie eine sehr ungünstige Kinderstube hatten und nicht unter idealen Bedingungen wachsen konnten, ist es gut möglich, dass sie nicht ihr Höchstalter erreichen werden und früher erkranken oder vom Wind umgepustet werden. Doch sie haben nun wiederum den nachfolgenden Baumgeneration eine bessere Grundlage erschaffen, als sie selbst sie hatten. Ihre Kindesbäume dürfen den Urwald bilden, der unserer Idealwald ist.

 

 

Und sehen unsere Laubbäume  im Herbst nicht fantastisch aus? Ein weiterer guter Grund, sich sorgsam um sie zu kümmern.

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